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Dermatologie & Allergologie

Allergische Erkrankungen: Diagnose

Allergische Erkrankungen (Übersicht)

 

Definition

Allergische Erkrankungen sind Ausdruck einer durch spezifische Sensibilisierung veränderten Reaktionsbereitschaft des Organismus gegen ein Antigen (Fremdstoff). Die Symptome bzw. Funktionsstörungen resultieren aus der Auseinandersetzung mit dem Antigen. Sie umfassen weit mehr als die "klassischen" anaphylaktischen Reaktionen.

Reaktionstypen: (in Dermatologie Typ I + IV bedeutend)

IgE vermittelte Soforttyp-Reaktion (anaphylakt. Reaktion; Typ I)

Definition

Antigen-spezifische IgE-Antikörper, die v.a. auf Mastzellen und dendritischen Zellen in der Haut fixiert sind, reagieren bei Kontakt der sensibilisierten Personen mit dem entsprechenden Antigen. Es kommt zur lokalen Entzündungsreaktion durch dabei freigesetzte Mediatoren (Histamin, Leukotriene u.a.).
Bei der Typ I Reaktion wird unterschieden zwischen der Sofortphase der Reaktion (Mediatorfreisetzung aus Vakuolen der Mastzellen/basophilen Granulozyten und Induktion der Zytokinproduktion), die ca. 20 Minuten nach Allergenkontakt eintritt un der Spätphase der Reaktion (chronische Entzündung durch Leukozytenaktivierung über Entzündungsmediatoren), die ca. 6-8 Stunden später auftritt.

 

Von einer IgE vermittelten Reaktion des Soforttyps sind anaphylaktoide Reaktionen (Pseudoallergien) zu unterscheiden, wie sie z.B. nach Gabe bestimmter Plasmaexpander oder durch Röntgenkontrastmittel auftreten können (Anamnese!).

Klinische Beispiele
  • Urtikaria, Rhinokonjunktivitis, Asthma bronchiale, intestinale Allergie
  • Familiäre Belastung ("atopische Diathese") bei allergischem Asthma bronchiale, Pollinosis (Heuschnupfen), Neurodermitis erwiesen.
  • Anaphylaktische Schockreaktion 

Zytotoxische Reaktion (Typ II)


Definition

An Zellen fixiertes Antigen reagiert mit zirkulierendem IgG Antikörper. Es kommt zur Aktivierung entweder der Komplementkaskade oder der Killerzellen und dadurch zum Zellzerfall und zur Entzündungsreaktion

Klinische Beispiele
  • Transfusionsreaktion
  • Morbus haemolyticus neonatorum
  • autoimmunhämolytische Anämie
  • bestimmte Formen der Medikamentenallergie
  • Myasthenia gravis

Arthus-Typ-Reaktion (Typ III)

Definition

Krankhafte Ablagerungen von Antigen-Antikörper Komplexen entlang der Basalmembran kleiner Gefäße. Aktivierung von Komplement durch Immunkomplexe, besonders bei Antigen-Überschuss. Es kommt zur Organerkrankung durch Freisetzung von entzündungserregenden Mediatoren.

Klinische Beispiele
  • Immunkomplexvaskulitis
  • Serumkrankheit
  • allergische Alveolitis
  • Glomerulonephritis
  • Panarteriitis
  • systemischer Lupus erythematodes

Tuberkulin-Typ-Reaktion (verzögerte Allergie) (Typ IV)
 

Definition

Reaktion spezifisch sensibilisierter Lymphozyten mit Antigen im Gewebe. Freisetzung von inflammatorisch wirksamen Zytokinen.

Klinische Beispiele
  • Tuberkulin-Reaktion
  • Kontaktdermatitis
  • akute Transplantat-Abstoßung

Stimulationsreaktion
 

Definition

Antikörper reagieren mit Zellrezeptoren. Es kommt zur Stimulation der Zelle.

Klinisches Beispiel
  • Thyreotoxikose

Auslöser, Diagnostik und Therapie allergischer Erkrankungen im klassischen Sinne (Typ I + IV)

Klinische Einteilung der Allergene
Inhalations-Allergene
Ingestions-Allergene
Perkutane Allergene
tierischer Herkunft
(Haut-, Haarschuppen, Speichelreste, Milbenkot, Vogelfedern, etc.)
Nahrungsmittel
.
organische Lösungsmittel
Stäube
(Schimmelpilzsporen, Pollen, Mehl etc.)
Konservierungsmittel pflanzliches Material
  Farbstoffe Metallverbindungen
(z.B. Chrom, Nickel).
  Medikamente Kunststoffe
  Arzneimittel Arzneimittel
  Aromata  
  Injektionsallergene  
  Arzneistoffe  
  Insektengifte  

 

Diagnostik

Typ I- Allergien:

  • Genaue spezifische Anamnese
    •  Familienanamnese hinsichtlich Typ I-Allergien
    •  Eigenanamnese: bekannte bestehende Allergien?
    • Beschwerdebild der jetzigen Allergie? (Asthma, Rhinokonjunktivitis etc. …)
    • Beschwerden auslösende Situation?
    • Art, Dauer und Häufigkeit der Symptome?
    • genaue Einzelheiten über Zusammenhang mit klinischer Symptomatik, Ort, Jahres- und Tageszeiten, anderen Tätigkeiten (Hobbys)
    • berufliche Exposition beachten!
  • Standardisierte Untersuchung
    Blut:</p>
    • Bestimmung Gesamt-IgE (PRIST)
      Bestimmung spezifischer IgE im Serum (Radio-Allergo-Sorbent-Test = RAST)
      Eosinophilie im Blut, Eosinophiles Cationisches Protein (ECP) 
Haut-, Expositionstest:
  • Prick-, Scratch-, Intrakutan-Test
  • evtl. nasaler, konjunktivaler oder Inhalations-Provokations-Test bei Inhalations-Allergie
    • subkutane Provokation (Lokalanästhetika)
    • Stichprovokation mit lebendem Insekt (Biene, Wespe)
    • orale Provokation bei Ingestionsallergie
    • orale oder venöse Exposition mit Arzneimittel

 Typ IV-Allergien:

  • Genaue spezifische Anamnese
    • Familienanamnese hinsichtlich Typ IV-Allergien
    • Eigenanamnese: bekannte vorbestehende Allergien?
    • Beschwerdebild der jetzigen Allergie? (Art des Ekzems, Lokalisation des Ekzems)
    • Beschwerden auslösende Situation?
    • Exposition mit einer bestimmten Substanz nachvollziehbar?
    • Dauer und Häufigkeit der Symptome?
    • genaue Einzelheiten über Zusammenhang mit klinischer Symptomatik, Ort, Jahres- und Tageszeiten, anderen Tätigkeiten (Hobbys)
    • berufliche Exposition beachten!
  • Standardisierte Untersuchungen
    • Blut: Bestimmung Gesamt-IgE (PRIST)-à Neigung zur Atopie?
    • Hauttest: Läppchen-Test bei Kontaktallergie (Epikutan-Test) immer mit Standardreihe und zusätzlichen Verdachtsallergenen (z.B. Friseurstoffe, Leder, Konservierungsmittel, Gummi etc.)

 

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Letztes Update:26 Februar, 2009 - 15:46